Stress – Was tun wir unserem Körper eigentlich an?

Jeder kennt dieses Gefühl. Egal ob es sich um eine Abschluss-Klausur handelt, die Klausurenphase in der Schule oder dass auf der Arbeit schon wieder sehr viele Leute wegen Krankheit und Urlaub ausfallen – der Stress, der sich dadurch entwickeln kann, ist meist nur vorübergehend. Danach fühlen wir eine Erschöpfung, sind müde und vielleicht ein bisschen ausgelaugt. Gerade jetzt, wo die Grippewelle so aktiv ist, sind alle betroffen. Kaum einer hat nicht irgendwie einen grippalen Infekt oder gar gleich die ganze Grippe mitgenommen, war vielleicht auch mehr als ein paar Tage krank geschrieben. Dadurch entsteht natürlich für alle anderen der Stress auf der Arbeit. Gerade bei Arbeitgebern mit einem kleinen Team bleibt vieles liegen und die Kollegen, die es noch nicht dahingerafft hat, müssen unter den Folgen leiden.
Aber nicht nur in solchen Situationen kann Stress entstehen. Auch Mobbing auf der Arbeit führt zu einem dauerhaften Stress. Wie sich Stress im allgemeinen auf unseren Körper auswirkt, das wissen heute viele. Müdigkeit, schlechte Laune. Aber was passiert in uns drin? Was sagen unsere Organe, unsere Psyche zu langanhaltendem Stress?
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Zuerst sollte man schauen, ob es positiver oder negativer Stress ist. Bei positivem Stress, wie z.B. einer Achterbahnfahrt können Glückshormone ausgeschüttet werden, wenn wir die Achterbahnfahrt als einen Nervenkitzel und als etwas erfreuliches ansehen. Haben wir jedoch das Gefühl, dass solche Attraktionen gefährlich sind und wir uns überwinden müssen in solch ein Fahrgeschäft einzusteigen, würde es eine negative Stressreaktion bedeuten. Man sieht also schon von Anfang an: Je nachdem, wie wir den Stress auslegen und wie wir uns in der Situation fühlen, kann es sowohl ein Art von negativem oder positiven Stress sein. Ich möchte aber vor allem auf den negativen Stress eingehen, da er bei den meisten eher eine Rolle spielt.

Wie eigentlich jeder weiß, ist der Stress schon immer in uns verankert gewesen und war vor vielen Jahrhunderten sogar ein Verteidigungsmechanismus, um unser Leben zu beschützen. Spürte der Mensch Gefahr, wie z.B. durch gefährliche Tiere, die zu Nahe waren oder aber auch ein Krieg, mobilisierte der Körper in wenigen Sekunden alle Energiereserven für eine sofortige Muskelleistung. Verschiedene Hormone wurden ausgeschüttet, der Blutdruck stieg und das Herz schlug schneller. Der Körper stellte sich auf Kampf oder Flucht ein. Dies geschah ohne die Steuerung des Verstandes oder dem freien Willen.

Diese Vorgänge sind noch heute in uns verankert und auch jetzt noch können wir sie nicht steuern. Nur die Stressauslöser haben sich verändert. Meist sind es psychische Stressoren, wie die oben genannten Prüfungen, die Arbeit oder auch zwischenmenschliche Konflikte. Auch Vorstellungen können stressen, was das Problem verschärft. Steigern wir uns in eine Vorstellung hinein, wie es beispielsweise am nächsten Tag auf der Arbeit laufen wird, kann der Körper nicht zwischen realer und vorgestellter Gefahr unterscheiden und es kommt zu einer Stressreaktion.

Bei allen psychischen Faktoren ist die Stressreaktion völlig ungeeignet, da sich der Körper, wie beschrieben, auf eine „Fight or flight“-Reaktion einstellt. Da wir in diesen Situation eigentlich keine körperlichen Aktionen brauchen, bleiben die bereitgestellten Energien im Körper, wir verbrauchen sie nicht und der körperliche Anspannungszustand bleibt bestehen.

Wenn kurzzeitiger Stress zu chronischem Stress wird

Bis zu einem gewissen Grad ist Stress für uns hilfreich, da wir eine bessere Leistung erzielen können, ob dies nun im Beruf oder auch im Familienleben. Ebenso können wir die mentale Aktivität steigern und hat auch eine aufputschende Wirkung, da der Blutzuckerspiegel kurzfristig ansteigt.
Wenn Stress jedoch zu einer Dauerbelastung wird, führt dies zu einer Erschöpfung, die gravierende Folgen haben können. Die Toleranzgrenze sinkt und in kurzen Erholungsmomenten kann der Körper nicht mehr abschalten.
Dauerstress kann Einfluss auf den Körper, die Psyche und auch das soziale Verhalten haben. Eine Reaktion kann sozialer Rückzug oder das Vermeiden von zwischenmenschlichen Kontakten sein.
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Symptome von Dauerstress

Jeder kennt die typischen Symptome, wie z.B. Kopfschmerzen, Müdigkeit und Appetitlosigkeit bzw. Heißhunger. Aber wusstet ihr, dass Herz- und Kreislaufbeschwerden wie z.B. Schwindel oder Atembeschwerden auch typische Symptome des chronischem Stress sein können? Auch dauerhaft erhöhter Blutdruck und Herzrasen gehören dazu. Ebenfalls können Nackenschmerzen, Rückenschmerzen oder Gelenkschmerzen auftreten.
Viele Menschen, die ich schon kennenlernen durfte, haben bei Stress Probleme mit ihrem Magen-Darmtrakt, meist Durchfall, aber es kann auch zu Verstopfungen kommen oder Sodbrennen.
Mich trifft es meistens Abends, wenn man im Bett liegt und eigentlich nur noch schlafen will. Ich bin so der typische Schnell-Einschlafer. Kaum trifft mein Kopf auf das Kopfkissen, bin ich auch schon eingeschlafen und schlafe auch die ganze Nacht durch, bis ich am nächsten Morgen vom Wecker geweckt werde. Trifft mich aber über längere Zeit der Stress, kann ich nicht mehr einschlafen geschweige denn durchschlafen. Ich wache meist auch nach wenigen Stunden auf und bin weder ausgeschlafen, noch fit. Aber ausgeschlafen habe ich deshalb noch lange nicht.
Was mich auch gerne trifft sind Hautirritationen. Meine Haut wird rau, reißt auf und es heilt nicht ab. Das ist natürlich nicht sonderlich praktisch, wenn man eigentlich 20 mal am Tag die Hände waschen und desinfizieren muss.
Auch Antriebslosigkeit und dauerhafte Müdigkeit gehören zu Dauerstress-Symptomen! Total praktisch, weil man ja nicht schon genug leisten muss. Die Toleranzgrenze für Schmerzen sinkt und auch die Wundheilung kann stark verzögert sein.

 

Man sollte jedoch nie die psychischen Symtome bedenken, die der Stress in uns auslöst. Gerade im Job ist es so, dass man sich hilflos, überfordert und in die Falle gedrängt fühlt, als würde man sich in einem Hamsterrad befinden, aus dem man nicht entkommen kann. Man ist innerlich unruhig, unzufrieden und lustlos, vielleicht auch ängstlich. Außerdem wären wir ja keine Menschen, wenn man nicht auch ärgerlich und wütend auf sich selbst ist, weil die psychische und seelische Belastbarkeit stark abnimmt oder aber man ist deprimiert, weil man an seinen Fähigkeiten zweifelt und nicht weiß, wie man diese Beschwerden wieder los wird. Das Gefühl sein Leben nicht mehr unter Kontrolle zu haben stellt sich ein.

Die Folgen von dauerhaftem Stress

Wenn wir die Signale unseres Körpers ignorieren, sie zur Seite schieben, weil wir denken, dass wir immer mehr und mehr leisten müssen und unserem Körper keine Ruhe, keine längere Entspannungsphase von all dem Trubel gönnen, kann dies deutliche gesundheitliche Folgen nach sich ziehen. Rauchen, Alkohol und Tabletten sind übrigens weit verbreitete Stressbewältigungsstrategien, die die negativen gesundheitlichen Folgen noch zusätzlich verstärken. 637619_original_R_K_B_by_Martin Berk_pixelio.de
Aber wusstet ihr, dass sie die Folgen vom Stress sich auf jedes Organ in unserem Körper auswirken kann? Es kann zu einer eingeschränkten Leistungsfähigkeit des Gehirns kommen bis hin zum Hirninfarkt. Aber auch dauerhafter Bluthochdruck oder ein Herzinfarkt können Folgen sein. Oder wie wäre es mit einem schönen Magen-Darm-Geschwür, Diabetes oder Stoffwechselstörungen?
Das Immunsystem kann schwächer werden, sodass man häufiger an Infektionskrankheiten erkrankt. Frauen können an Zyklusstörungen leiden oder im schlimmsten Fall unfruchtbar werden. Männer können aber ebenso an Impotenz leiden.
Man hat auch ein erhöhtes Risiko an verschiedenen Krebserkrankungen, Diabetes und Alzheimer und dies sind nur einige „wenige“ Folgen für unseren Körper.
Man darf auch nie die psychischen Folgen von Dauerstress außer acht lassen. Sie sind genauso gefährlich und können ebenso langanhaltend sein, wie physische Folgen. Psychische Folgen können chronische Erschöpfung, Depressionen und Angstzustände bis hin zum Burnout sein.

 

Ihr seht es. Dauerhafter Stress ist absolut kein Spaß und kann ernsthafte Folgen für unseren Körper und unsere Psyche mit sich ziehen. Natürlich konnte ich hier nicht alles aufzählen, die Liste könnte endlos weiter gehen, aber ich denke, ich konnte euch einen kleinen Einblick in diese ganze Stress-Geschichte bringen.

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